Wer kennt ihn nicht? Den Muskelkater. Ob Anfänger, Wiedereinsteiger, Leistungssportler - Muskelkater kann jeder bekommen.
„Oh, hab ich Muskelkater.“ Ein gewisser Stolz schwingt oft mit, wenn nach absolviertem Training über schmerzende Muskeln geklagt wird. Doch ist der Muskelkater wirklich obligatorische Folge eines gut absolvierten Sportprogramms? Und was ist Muskelkater eigentlich genau?
Zunächst einmal: Die etymologische Herkunft des Wortes „Kater“ bei Muskelkater liegt nicht in der Tierwelt. „Kater“ ist vielmehr eine Verballhornung von Katarrh (griech.: Entzündung).
Muskelkater tritt vor allem nach ungewohnten körperlichen Aktivitäten auf, zum Beispiel wenn wir uns nach längerer Pause wieder einmal sportlich betätigen oder neue Übungen in unser Trainingsprogramm aufnehmen. Aber auch sehr intensive Belastungen wie starke Abbremsbewegungen (z.B. beim Tennis oder Bergwandern) können Muskelkater auslösen. Bereits einige Stunden nach der körperlichen Betätigung schwellen die Muskeln an, werden steif, hart, kraftlos und druckempfindlich. Der Muskelkater kann bis zu einer Woche andauern, der Schmerzhöhepunkt ist jedoch in den ersten drei Tagen erreicht.
Die Ursache sind kleine Verletzungen in den Muskelfasern
Lange gingen Wissenschaftler davon aus, dass das Laktat, das Salz der Milchsäure, Muskelkater auslöst. Diese Hypothese konnte jedoch widerlegt werden. So klagen zum Beispiel 400m-Sprinter nach einem Lauf nie über Muskelkater, obwohl die Laktatkonzentration zu dem Zeitpunkt sehr hoch ist. Mittlerweile weiss man, dass Verletzungen in der Muskulatur für den Muskelkater verantwortlich sind. Laut dem Berliner Sportmediziner Professor Böning kann es bei intensiven Belastungen zu kleinen Rissen innerhalb der Muskelfasern kommen. Da die Nervenenden außerhalb der Muskelfasern liegen, verspürt man zunächst erst einmal keine Schmerzen. Die durch die Verletzungen provozierte Entzündungsreaktion führt schließlich dazu, dass die betroffenen Zellen anschwellen. Dadurch werden die Nervenenden zunehmend gequetscht und gereizt – Schmerzen und Verspannungen sind die Folge. Der Katerschmerz ist also eher ein Zeichen von Überlastung als von effektivem Training.
Wärme und leichte Bewegung dienen der Vorbeugung
Stellt sich nach einem Training dann doch einmal Muskelkater ein, ist es wichtig, die Muskeln zu schonen. Deshalb sollten hohe Belastungen vermieden und die Muskeln nur mit niedriger Intensität leicht durch bewegt werden. Um die Verspannungen zu lösen, hilft die Zufuhr von Wärme.
Doch ein gutes Training kommt auch ohne den bitteren Nachgeschmack eines Muskelkaters aus. Denn einer Verletzung der Muskelfasern kann durch behutsames Training vorgebeugt werden. Regelmäßiges Üben gewöhnt die Muskeln langfristig an die Belastungen. Auch die gründliche Erwärmung vor jeder Trainingseinheit sorgt für eine verbesserte Arbeitstemperatur der Muskeln, dadurch sinkt die Verletzungsgefahr.